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Phil Stauffer

»Worte gegen den Strich«

Die Ölfarbe ist eingefroren und Brennholz knapp. Ich sitze mit einem der besten deutschen Realisten in einem verfallenen Bauernhaus in Avignon. Ich will zeichnen lernen. Ich will berühmt werden, ich habe noch für 6 Monate Geld. Ich kämpfe gegen die Kälte und versuche mit dem Bleistift das kalte Haus aufs Papier zu kriegen. Komplizierte Perspektive. Wie zeichnet man Kälte? Ok, die Finger zittern. Ich halte noch vier Wochen durch.

Zurück in Berlin an der Uni. Kunst krieg ich nicht hin. Um Geld zu verdienen arbeite ich in kleinen Agenturen. Ich tausche den Stift gegen den Mac, den Strich gegen das Wort. Die Ansprüche wachsen. Die Agenturen werden größer, besser. Ich texte und schreibe, für Konzerne, NGOs, Autos. Ich führe Teams und verstehe, dass jeder die Welt aus seinen Augen sieht. Im Job enger ans Team rücken, nah dran sein, rauskriegen wie die ticken. Ich will verstehen und nicht verkaufen. Das kommt von alleine, wenn alles ineinandergreift. Inhalt, Form und Kanal.

Aus der geteilten 1-Zimmerwohnung in ein eigenes Zuhause.  Ich lerne Storytelling, alles über Struktur, gewinne Preise, treffe neue Leute, die es noch besser können und verstehe, es ist nie zu Ende. Nie. Das Lernen. Ab und zu quäle ich mich beim Zeichnen. Geht schon besser mit der Perspektive, aber vor allem ist es warm. Not kann Kreativität fördern, kann, aber es ist keine Pflicht erfolglos zu bleiben, nur weil man kreativ ist.

Ich heirate, ich werde Kreativdirektor, großes Kino, große Agentur.  Ich lerne Design Thinking, die Methoden sind en vogue, die Haltung hat schon Ogilvy verkündet: „Der Verbraucher ist nicht irgendein Idiot, sondern deine Frau!“ Wichtig ist, wahrhaftig zu sein. Dazu gehört auch die Verletzlichkeit. Ohne eine tiefe, menschliche Seite geht es nicht. Ich werde Business-Trainer. Wahrhaftig sein, in meinen Seminaren, in Präsentationen, im Leben. Für das brennen, was ich mache.  Entweder ich inspiriere andere, oder es war alles umsonst.

Im Sommer stehe ich ab und zu vor Tankstellen und zeichne.  Manchmal kommt jemand raus, der grade arbeitet, dann reden wir ein bisschen und ich schenke ihm meine Zeichnung. Anderen etwas zu geben, weil von anderen alles gekommen ist, was ich selber bin.

Schwerpunkte

Storytelling

Presentation Skills

Rhetorik

Design Thinking

Phil Stauffer

BRIDGEHOUSE
Auguststraße 85
10117 Berlin

Telefon +49 30 60 98 32 10
Mobil +49 151 649 601 13

p.stauffer@bridgehouse.de